Seit einigen Jahren träume ich um diese Zeit von Tulpen. Nicht von gekauften, sondern von solchen, die im eigenen Garten wachsen. Ihr sagt vielleicht: nichts einfacher als das — im Herbst Zwiebeln kaufen und einpflanzen, im Frühling blühen sie. Ha! Und genau hier fangen die Probleme an.
In meinen Garten sind kleine Tierchen eingezogen, sogenannte Wühlmäuse. Sehr gemeine Geschöpfe, die alles fressen — sogar die Plastikschützer für Blumenzwiebeln. Sie begannen im Gewächshaus, zogen dann zu den Obstbäumen weiter und am Ende fraßen sie sämtliche Blumenzwiebeln. Es ist sehr schwer, sie loszuwerden, besonders wenn der Garten fast einen Hektar groß ist.
Deshalb habe ich dieses Jahr beschlossen, mir Tulpen zu nähen. Inspiriert von Ideen aus dem Internet habe ich mein eigenes Schnittmuster entworfen und losgelegt. Das Schnittmuster könnt ihr hier herunterladen.
Für die Tulpen braucht man: ein Muster, bunte Stoffe, Holzstäbchen, Satinband und grünen Filz.
Das Muster habe ich ausgedruckt und ausgeschnitten. Die Tulpenblätter habe ich auf eine einzelne Filzlage übertragen und entlang der Linie ausgeschnitten. Man kann auch einen anderen Stoff verwenden, aber dann müsste man die Blätter genauso zusammennähen wie die Tulpenköpfe.
Zeit für die Tulpenköpfe. Dafür habe ich 5‑Zoll‑Quadrate verwendet, sie zur Hälfte gefaltet und das Muster darauf übertragen.
Dann habe ich die gezeichneten Linien nachgenäht, die Nahtzugaben zurückgeschnitten und alles auf rechts gewendet.
Die Köpfe waren fast fertig. Ich habe den unteren Teil des Tulpenkopfes umgeschlagen und mit einem dichten Heftstich in der Farbe des Stoffes festgenäht. Dieser Faden kann sichtbar sein, wenn man den Kopf später am Stiel befestigt — deshalb sollte man darauf achten.
Am Anfang und am Ende der Naht habe ich etwas Faden übriggelassen, damit ich später einen Knoten machen und den Faden im Inneren des Tulpenkopfes verstecken kann.
Dann habe ich die Köpfe mit Silikonfüllung ausgestopft.
Nach dem Füllen der Köpfe habe ich die Stiele vorbereitet.
Die Holzstäbchen habe ich mit Satinband umwickelt. Damit sich das Band nicht löst, habe ich Anfang und Ende leicht verschmolzen und verklebt. Vorsicht — nach dem Schmelzen ist das Band kurz sehr heiß.
Die fertigen Stiele habe ich nacheinander tief in die Tulpenköpfe gesteckt. Danach habe ich die zuvor gelassenen Fäden fest zusammengezogen und verknotet. Den Faden habe ich mit einer Nadel im Inneren des Kopfes versteckt.
Dann habe ich die Blätter angenäht — und der Tulpe war fertig.
Ursprünglich wollte ich nur ein Blatt pro Tulpe annähen, aber am Ende habe ich mich für zwei entschieden. Ich bin begeistert. Endlich habe ich Tulpen, die keine Wühlmaus jemals fressen wird. Und ich kann mich das ganze Jahr über an ihnen freuen.
Schöne Frühlingszeit!
















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